Bewährungsstrafe- Strafverteidiger Hannover

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Viele Verurteilte freuen sich, wenn sie eine Bewährungsstrafe bekommen. Ist von einer Bewährungsstrafe die Rede, dann ist damit eine Freiheitsstrafe gemeint. Diese wird jedoch nicht in einer Justizvollzugsanstalt vollzogen, sondern auf Bewährung ausgesetzt. Das bedeutet, dass der Verurteilte weiterhin seinem geregelten Leben in seinem gewohnten Umfeld nachgehen darf. Warum die Bewährungsstrafe jedoch keinen Freispruch bedeutet und worauf es zu achten gilt, beantworte ich als Fachanwalt für Strafrecht in Hannover in diesem Beitrag.

 

Welchen Sinn hat eine Bewährungsstrafe?

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Durch die Strafaussetzung zur Bewährung erhofft man sich, dass der Straftäter die Verurteilung als „Warnschuss“ versteht, der ihm aufzeigt, dass er eine nicht unerhebliche Straftat begangen hat. Gleichzeitig soll der Verurteilte die Chance bekommen, sich in Zukunft an die geltenden Gesetze zu halten.

 

Wann kann eine Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden?

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Eine Aussetzung der Freiheitsstrafe zur Bewährung kommt nur bei Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren in Betracht. Sofern das Gericht eine Freiheitsstrafe über zwei Jahren ausspricht, ist eine Bewährung nicht möglich. Ob eine Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann, entscheidet der Richter nach seinem Ermessen.

Eine weitere Voraussetzung für eine Bewährungsstrafe ist die sog. positive Sozialprognose. Der Richter kann eine Strafe nämlich nur zur Bewährung aussetzen, wenn es wahrscheinlich ist, dass der Täter auch künftig ohne Einwirkung des Strafvollzuges keine Straftaten mehr begehen wird. Wann eine positive Sozialprognose gegeben ist, hängt vom konkreten Einzelfall ab. Berücksichtigung findet bei ihr vor allem die Persönlichkeit, das Vorleben, die Umstände der Tat und die Lebensverhältnisse des Täters. Faktoren, die sich für den Täter besonders günstig auswirken, sind beispielsweise eine feste Wohnung und Arbeit sowie stabile familiäre Verhältnisse.

Eine Bewährung kommt vor allem dann in Betracht, wenn der Täter keine Vorstrafen hat und der Gesamteindruck besteht, dass es sich um ein einmaliges Fehlgehen gehandelt hat. Dagegen ist die Chance auf eine Bewährungsstrafe gering, wenn mehrfach gegen Bewährungsauflagen verstoßen oder die neue Tat sogar noch während einer laufenden Bewährung begangen wurde.

 

Was ist mit der Bewährungszeit gemeint?

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Mit der Bewährungszeit ist der Zeitraum gemeint, in welchem sich der Verurteilte bewähren muss. Das Gericht kann dabei gemäß § 56a Strafgesetzbuch (StGB) eine Bewährungszeit zwischen 2 und 5 Jahren bestimmen. In diesem Zeitraum muss der Verurteilte etwaige Bewährungsauflagen erfüllen und darf nicht erneut straffällig werden. Sollte dies der Fall sein, dann droht ein Bewährungswiderruf, mit der Folge, dass der Verurteilte – zuzüglich der Strafe seiner neuen Tat – die Strafe tatsächlich verbüßen muss.

 

Welche Auflagen können auferlegt werden?

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Gemäß § 56b StGB können dem Verurteilten vom Gericht Auflagen erteilt werden, die der Genugtuung für das begangene Unrecht dienen. Dabei dürfen an den Verurteilten keine unzumutbaren Anforderungen gestellt werden. Das Gericht kann dem Verurteilten auferlegen, nach Kräften den durch die Tat verursachten Schaden wieder gut zu machen, einen Geldbetrag zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung zu zahlen, wenn dies im Hinblick auf die Tat und die Persönlichkeit des Täters angebracht ist, gemeinnützige Leistungen zu erbringen oder einen Geldbetrag zugunsten der Staatskasse zu zahlen.

 

Welche Weisungen können auferlegt werden?

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Gemäß § 56c StGB kann das Gericht dem Verurteilten für die Dauer der Bewährungszeit Weisungen erteilen, wenn er dieser Hilfe bedarf, um keine Straftaten mehr zu begehen. Dabei dürfen an die Lebensführung des Verurteilten keine unzumutbaren Anforderungen gestellt werden. Er kann dazu angewiesen werden, Anordnungen zu befolgen, die sich auf Aufenthalt, Ausbildung, Arbeit oder Freizeit oder auf die Ordnung seiner wirtschaftlichen Verhältnisse beziehen, sich zu bestimmten Zeiten bei Gericht oder einer anderen Stelle zu melden, zu der verletzten Person oder bestimmten Personen oder Personen einer bestimmten Gruppe, die ihm Gelegenheit oder Anreiz zu weiteren Straftaten bieten können, keinen Kontakt aufzunehmen, mit ihnen nicht zu verkehren, sie nicht zu beschäftigen, auszubilden oder zu beherbergen, bestimmte Gegenstände, die ihm Gelegenheit oder Anreiz zu weiteren Straftaten bieten können, nicht zu besitzen, bei sich zu führen oder verwahren zu lassen oder Unterhaltspflichten nachzukommen. Die Weisung, sich einer Heilbehandlung, die mit einem körperlichen Eingriff verbunden ist, oder einer Entziehungskur zu unterziehen oder in einem geeigneten Heim oder einer geeigneten Anstalt Aufenthalt zu nehmen, darf nur mit Einwilligung des Verurteilten erteilt werden.

 

Wann bekommt man einen Bewährungshelfer?

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Des Weiteren kann das Gericht nach § 56 d StGB den Verurteilten einem Bewährungshelfer unterstellen. Dies ist insbesondere dann angezeigt, wenn das Gericht eine Freiheitsstrafe von mehr als neun Monaten aussetzt und die verurteilte Person noch nicht 27 Jahre alt ist. Der Bewährungshelfer hat die Aufgabe, der verurteilten Person helfend und betreuend zur Seite zu stehen und im Einvernehmen mit dem Gericht die Erfüllung der Auflagen und Weisungen sowie der Anerbieten und Zusagen zu überwachen und über die Lebensführung der verurteilten Person in Zeitabständen, die das Gericht bestimmt, zu berichten. Bei gröblichen oder beharrlichen Verstößen gegen Auflagen, Weisungen, Anerbieten oder Zusagen teilt der Bewährungshelfer dies dem Gericht mit.

 

Kann die Aussetzung auf Bewährung widerrufen werden?

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Die Aussetzung zur Bewährung kann vom Gericht widerrufen werden. Nach § 56f StGB widerruft das Gericht die Strafaussetzung, wenn die verurteilte Person in der Bewährungszeit eine Straftat begeht und dadurch zeigt, dass die Erwartung, die der Strafaussetzung zugrunde lag, sich nicht erfüllt hat, gegen Weisungen gröblich oder beharrlich verstößt oder sich der Aufsicht und Leitung der Bewährungshelferin oder des Bewährungshelfers beharrlich entzieht und dadurch Anlass zu der Besorgnis gibt, dass sie erneut Straftaten begehen wird, oder gegen Auflagen gröblich oder beharrlich verstößt.

Das Gericht sieht jedoch von dem Widerruf ab, wenn es ausreicht, weitere Auflagen oder Weisungen zu erteilen, insbesondere die verurteilte Person einer Bewährungshelferin oder einem Bewährungshelfer zu unterstellen, oder die Bewährungs- oder Unterstellungszeit zu verlängern.

Gegen den Widerruf der Bewährung kann mit der sofortigen Beschwerde als Rechtsbehelf zur Überprüfung der Entscheidung durch das nächst höhere Gericht vorgegangen werden.

 

Kann bester Strafverteidiger Hannover Gefängnis verhindern?

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Eine Freiheitsstrafe kann auch durch den besten Rechtsanwalt für Strafrecht nicht immer verhindert werden. In diesen Fällen spielt dann die Strafaussetzung zur Bewährung eine große Rolle. Als Strafverteidiger in Hannover gehört es daher zu meinen Aufgaben, frühzeitig Fakten zu schaffen, die eine positive Sozialprognose begünstigen.

Als Fachanwalt für Strafrecht in Hannover übernehme ich Mandate bundesweit. Dabei liegt mir eine effektive und konsequente Verteidigung als Rechtsanwalt in Hannover für Strafrecht am Herzen.

 

Strafverteidiger Hannover – Isik