Vorladung wegen Drogenbestellung im Darknet

Drogenbestellung im Darknet – Strafverteidger Isik gibt Überblick!

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Um an Cannabis, Kokain, Ecstasy oder sonstige Drogen zu gelangen, erscheint eine Bestellung im Darknet vielen als die vermeintlich sicherste, einfachste und nicht zuletzt kostengünstigste Lösung. Der notwendige Tor-Browser ist schnell installiert und schon stehen dem potenziellen Käufer zahlreiche Online-Märkte wie Alphabay, Hansa, Silkroad oder DreamMarket zur Verfügung; Plattformen auf denen illegale Waren und Dienstleistungen unkontrolliert und scheinbar völlig anonym gehandelt werden.

Die Anonymität bei der Bestellung von Drogen im Darknet hat jedoch Grenzen. Das zeigt auch meine Erfahrung als Fachanwalt für Strafrecht in Hannover, denn unter Umständen flattert bald ein mit „Vorladung“ überschriebener Brief der Polizei ins Haus. Dem Beschuldigten tuen sich dann regelmäßig zwei zentrale Fragen auf, nämlich:1. Woher weiß die Polizei von meinen Darknetaktivitäten? und 2. Wie verhalte ich mich jetzt richtig?

1. Woher weiß die Polizei von meinen Darknetaktivitäten?

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Bei Drogenbestellungen aus dem Darknet kommen als Ursache für den Tatverdacht wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittel- oder Arzneimittelgesetz, unterschiedliche Ermittlungsmethoden der Polizei bzw. Staatsanwaltschaft in Betracht.

  • Abfangen von Postsendungen: Während IP-Adressen, anders als im regulären Internet, im Darknet nicht zurückverfolgt und zugeordnet werden können, verhält es sich mit der Lieferadresse anders. Die Anonymität im Darknet endet, wenn die Wohnanschrift als Lieferadresse angegeben wird. Durch die Zusammenarbeit mit Brief- und Paketzustellerfirmen können verdächtige Sendungen abgefangen und der Person des Bestellers zugeordnet werden.
  • Ermittlungserfolge gegen Händler oder ganze Plattformen: Immer wieder geraten die Händler oder die Betreiber der besagten Kaufplattformen durch dauerhafte Beobachtung und verdeckte Ermittlungen ins Netz der Behörden. Daraufhin kommt es zu Hausdurchsuchungen, bei denen nicht selten akribisch geführte Kundendaten gefunden werden. Diese enthalten neben den Lieferadressen mitunter auch Aufzeichnungen darüber, was, wann und wieviel der jeweilige Kunde bestellt hat. Ebenso kann es im Rahmen des § 31 Betäubungsmittelgesetz, der dem Täter für die Mithilfe bei der Aufdeckung und Verhinderung von Straftaten eine Strafmilderung in Aussicht stellt, dazu kommen, dass Händlern den Ermittlungsbehörden freiwillig Kundendaten aushändigen. In der Folge kommt es dann zu einer Vielzahl von Ermittlungsverfahren gegen die Kunden.
  • Verdeckte Ermittlungen: In der Vergangenheit gelang es verdeckten Ermittlern wiederholt, sich als Anbieter oder Käufer auf Darknet-Marktplätzen auszugeben. Dazu werden unter Umständen auch die Accounts von tatsächlichen Anbietern übernommen. Straftaten dürfen die Ermittler dabei jedoch grundsätzlich nicht begehen. Meist versuchen sie, die Kommunikation mit dem Anbieter oder Käufer auf alternative Kommunikationswege außerhalb des Darknets zu bewegen, um die Identifikation des Täters zu erleichtern.
  • Hinweise aus dem persönlichen Umfeld: Letztlich kann auch ein Hinweis aus dem privaten Umfeld des Beschuldigten dazu führen, in den Fokus von Ermittlungen zu geraten. Dies ist besonders dann nicht auszuschließen, wenn im dem Darknet erworbene Substanzen im Freundes- und Bekanntenkreis weitergegebenen werden.

 

2. Wie verhalte ich mich jetzt richtig?

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Gerade wenn die Vorladungen als Beschuldigter auf Ermittlungsergebnissen aus dem Darknet beruht, kommt sie für den Beschuldigten meist überraschend. Es ist besonders wichtig, sich nicht zu vorschnellem Handeln verleiten zu lassen.

 

  • Machen Sie von Ihrem Schweigerecht gebrauch: Auch wenn die Vorladung als Beschuldigter den gegenteiligen Eindruck erweckt, sind Sie keineswegs verpflichtet der Vorladung nachzukommen. Das Nichterschienen darf im Rahmen der Ermittlungen nicht zu Ihrem Nachteil ausgelegt werden. Ohne die Unterstützung eines Anwalts laufen Sie Gefahr, sich unnötig selbst zu belasten. Die Beamten von der Kriminalpolizei sind hervorragend darin, dem Beschuldigten in einer Vernehmung belastende Informationen zu entlocken.

 

  • Anwalt einschalten: Stattdessen ist es ratsam, nach erhalt einer Vorladung zeitnah einen Fachanwalt für Strafrecht einzuschalten. Dieser wird Sie vor Polizei und Staatsanwaltschaft vertreten und sich mit der ermittelnden Behörde in Verbindung setzen, um zunächst Einsicht in die Ermittlungsakte zu beantragen und gegebenenfalls den Vorladungstermin abzusagen. Erst wenn die Ermittlungsakte vorliegt, ist bekannt worauf die Anschuldigungen gegen sie fußen und welche Beweise gegen sie vorliegen. Dann ist es möglich, gemeinsam mit Ihrem Anwalt eine Verteidigungsstrategie zu entwickeln und zu entschieden, ob und inwieweit Sie zu den Anschuldigungen Stellung beziehen. Nach meiner Erfahrung als Strafrechtsanwalt in Hannover ist es nicht selten möglich, die Einstellung des Verfahrens vor einer Klageerhebung zu erwirken. Je nach den konkreten Umständen können für die Einstellung unterschiedliche Argumente, wie etwa schon der Mangel eines hinreichenden Tatverdachts, oder auch ein Geständnis oder Teilgeständnis in Verbindung mit Reue und Einsicht sprechen. Die Einstellung des Ermittlungsverfahrens kann auch an Bedingungen oder Auflagen geknüpft sein, welche für den Beschuldigten aber regelmäßig günstiger sind als eine Verurteilung.

 

Fazit

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Setzen Sie sich für einen ersten kostenlosen Beratungstermin mit meiner Kanzlei in Verbindung. Auch wenn Sie bereits vernommen wurden und sich möglicherweise selbst belastet haben, ist ein günstiger Verfahrensausgang noch möglich. In einem persönlichen Gespräch beantworte ich gern noch offene Fragen und stimme das weitere Vorgehen dezidiert mit Ihnen ab. Ein Rechtsanwalt für Strafrecht kann Ihnen in dieser Situation weiterhelfen!

 

Ihr Strafverteidiger in Hannover – Isik

Foto: ©amixstudio – #338362427– stock.adobe.com