Sitech schließt Standort

Autositzhersteller Sitech schließt den Standort in Hannover. Grund sei fehlende Wirtschaftlichkeit aufgrund verlorener Aufträge an die Konkurrenz. Doch was bedeutet die Schließung des Werks für die dort beschäftigten 450 Mitarbeiter. Im Folgenden fasse ich als Rechtsanwalt in Hannover für Arbeitsrecht einige rechtliche Punkte kurz und knapp zusammen:

 

Wie konnte es zur Schließung kommen?

Verlorene Ausschreibungen und Uneinigkeiten mit dem Betriebsrat hinsichtlich der Bedingungen einer künftigen Zusammenarbeit sollen der Grund für die Entscheidung gewesen sein. Aus Kreisen des Konzerns war zu vernehmen, dass unabdingbare produktivitätssteigernde Maßnahmen nicht umgesetzt werden konnte und der Standort Hannover somit nicht mehr wirtschaftlich sei.  

Ende April kommt es laut dem Sitzhersteller zu der geplanten Schließung, welche von einer Vielzahl von sozialvertraglichen Maßnahmen begleitet werden soll.

 

Welche Folgen hat die Schließung?

Sitech betont, dass auf betriebsbedingte Kündigungen so gut es geht verzichtet werden soll. Stattdessen können Arbeitnehmer mit dem Einsatz an anderen Standorten rechnen. Zu diesen Standorten zählen beispielsweise Wolfsburg und Emden. Zu dem sozialverträglichen Stellenabbau gehöre laut Sitech auch die Möglichkeit, dass betroffene Arbeitnehmer schon früher in Rente gehen. 

Fest steht, der Standtort Hannover-Stöcken schließt, wie genau es mit den betroffenen Mitarbeitern weitergehen soll, entscheidet sich aber erst in den kommenden Wochen. Mit Beteiligung des Betriebsrates soll in den kommenden Wochen ein Plan in Bezug auf die Möglichkeiten eines sozialverträglichen Stellenabbaus geschaffen werden.

 

Was ist eine betriebsbedingte Kündigung?

Der Arbeitgeber braucht einen Kündigungsgrund, um Beschäftigten ordentlich zu kündigen, wenn das jeweilige Arbeitsverhältnis unter das Kündigungsschutzgesetz fällt. Unterscheiden wird zwischen drei verschiedenen Kündigungsgründen:

– Betriebsbedingte Kündigung

– Verhaltensbedingte Kündigung

– Personenbedingte Kündigung

Eine betriebsbedingte Kündigung liegt vor, wenn die vom Arbeitgeber ausgesprochene Kündigung auf dringenden betrieblichen Erfordernissen beruht, die eine Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers nicht zulässt.

 

Lassen sich betriebsbedingte Kündigungen komplett vermeiden?

Es erscheint für mich als Rechtsanwalt in Hannover für Arbeitsrecht mehr als fraglich, ob sich bei sämtlichen Mitarbeitern eine betriebsbedingte Kündigung vermeiden lässt. Die Kapazität der zumindest in naher Umgebung gelegenen anderen Standorte, wird nicht groß genug sein, um alle Mitarbeiter aus Hannover weiter zu beschäftigen. Es stellt sich auch die Frage wie viele der Rund 450 Mitarbeiter aus Hannover bereit sind früher in Rente zu gehen. Die Situation lässt erahnen, dass es trotz Bemühungen zu einer Vielzahl betriebsbedingter Kündigungen kommen wird. 

 

Betriebsbedingte Kündigung erhalten, was tun?

Mitarbeiter, denen keine Versetzung an einen anderen Standort angeboten wurde und die auch nicht früher in Rente gehen wollen, können vor dem zuständigen Arbeitsgericht Klage erheben. Dabei sollte vorher überlegt werden, ob die Klage zu einer Weiterbeschäftigung an einem anderen Standort führen soll, oder ob auf die Zahlung einer Abfindung abgezielt wird.  

 

Wann muss Klage erhoben werden?

Für die Erhebung der Kündigungsschutzklage gem. § 4 Abs. 1 Satz 1 KSchG gilt die drei Wochen Frist. Die Klage muss demnach spätestens drei Wochen nach Zugang der betriebsbedingten Kündigung eingereicht werden. Suchen Sie daher nicht zu spät einen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht in Hannover bzw. Ihrer Nähe auf!

 

Wie wichtig ist ein Anwalt im Kündigungsschutzprozess?

Zwar besteht für die erste Instanz, dem Verfahren vor dem Arbeitsgericht kein Anwaltszwang, jedoch ist eine rechtliche Vertretung durch einen Fachanwalt dringend anzuraten. Ein Fachanwalt für das Arbeitsrecht vermag die Höhe der Abfindung richtig einzuschätzen.

 

Ihr Rechtsanwalt in Hannover für Arbeitsrecht- Isik

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