Kurzarbeit durch Coronavirus, was es jetzt zu beachten gilt!

Stetig steigende Infektionszahlen, Quarantäne Maßnahmen und Produktionsstopps. Die Bundesregierung rechnet derzeit aufgrund der Coronavirus-Epidemie mit Rund 2,35 Millionen Kurzarbeitern. Worauf Sie sich jetzt einstellen müssen und was Kurzarbeit eigentlich ist, erklären ich Ihnen als Fachanwalt für Arbeitsrecht kurz und knapp im folgenden Beitrag.

 

Was versteht man unter Kurzarbeit?

Unter Kurzarbeit versteht man grundsätzlich die Verringerung der regelmäßigen Arbeitszeit innerhalb eines gewissen Zeitraums. Der Grund hierfür ist in erheblichen Arbeitsausfällen zu sehen, zu denen es aufgrund des Corona-Virus in vielen Branchen derzeit kommt.

 

Wie hoch fällt das Kurzarbeitergeld aus?
Für Beschäftigte, denen eine Kurzarbeit bevorsteht bedeutet dies, dass es zu einer dementsprechenden Lohnersatzleistung kommt. Das Kurzarbeitergeld wird von der Arbeitsagentur für den Zeitraum der Kurzarbeit gezahlt.

Arbeitnehmer erhalten während der Kurzarbeit gem. § 105 Drittes Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) 60 Prozent ihres Nettolohns. Ausnahmen ergeben sich für Beschäftigte mit Kindern, bei ihnen liegt das Kurzarbeitergeld bei 67 Prozent.

 

Besteht ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld?

Die Bundesregierung ordnete über die Arbeitsagenturen an, dass im Falle von Entgeltausfällen bedingt durch das Corona-Virus, die Zahlung von Kurzarbeitergeld gewährleistet werden soll.

 

Lohnanspruch trotz Quarantäne?

Bundesweite Quarantäne Maßnahmen erscheinen unausweichlich, um eine rasante Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Können Arbeitnehmer aufgrund einer Quarantäne-Anordnung nicht mehr ihrer Arbeit nachgehen, besteht trotzdem ein Lohnanspruch. Arbeitgeber müssen ihren Beschäftigten den Lohn 6 Wochen weiterzahlen.

 

Wie wird Kurzarbeitergeld beantragt?

Kurzarbeitergeld muss vom Arbeitgeber beantragt werden. Auch um alle weiteren Angaben hinsichtlich der Kurzarbeit muss sich der Arbeitnehmer nicht kümmern.
Es obliegt dem Aufgabenbereich des Arbeitgebers, sich um alle Einzelheiten zu kümmern und die Zahlung zu veranlassen.

 

Urlaub statt Kurzarbeit?

Grundsätzlich soll Kurzarbeitergeld nur im Notfall beantragt werden. Mitarbeiter müssen in der Regel zunächst vorhandene Überstunden abbauen oder Urlaub nehmen. Die derzeitige Situation kann mitunter dazu führen, dass Arbeitnehmer aufgrund der Ausnahmesituation einen Großteil Ihres Urlaubsanspruchs einsetzen müssen.

 

Welche Arbeitnehmer müssen in Kurzarbeit gehen?

Das Corona-Virus zwingt Arbeitgeber zu drastischen Maßnahmen. Führt kein Weg an einer Kurzarbeit herum, liegt die Auswahl der betroffenen Arbeitnehmer im Ermessen des Arbeitgebers. Allerding hat, sofern vorhanden, der Betriebsrat bei der Einführung der Kurzarbeit grundsätzlich auch ein Mitspracherecht.

 

SIK Rechtsanwälte berät Arbeitnehmer und Arbeitgeber!

 

Die derzeitige Situation stellt Arbeitnehmer und Arbeitgeber vor eine Vielzahl an Problemen, die es zu bewältigen gilt. Wir beraten Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht nur während der Corona-Krise!

 

Fachanwalt für Arbeitsrecht in Hannover – Isik

 

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