In Zeiten von Covid-19 Strafbefehl erhalten – was tun?

Coronavirus – Strafbefehl erhalten – was tun?

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Angesichts der aktuellen Corona-Krise sieht sich die Gesellschaft mit zahlreichen Einschränkungen und Änderungen konfrontiert. Gerade im Hinblick auf die Strafjustiz wird durch die Medien der Eindruck erweckt, dass auch sie zurzeit nur „im Sparbetrieb“ weiterläuft. Diese Annahme ist jedoch keineswegs zutreffend: Als Fachanwalt für Strafrecht in Hannover mache ich die Erfahrung, dass meine Mandanten derweil vermehrt Strafbefehle zugestellt bekommen. Daher gibt es von mir im Folgenden kurz und knapp die wichtigsten Fakten zum Thema Strafbefehl.

Was ist überhaupt ein Strafbefehl?

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Das Strafbefehlsverfahren ist ein vereinfachtes Verfahren, welches eine Straffestsetzung ohne eine mündliche Hauptverhandlung ermöglicht. Neben der Bewältigung leichter Kriminalität dient es vor allem der Entlastung der Gerichte. Der Grund, weshalb gerade viele Anklageschriten in Strafbefehle umgewandelt werden, liegt im Hinblick auf die COVID-19-Pandemie darin, dass die Strafjustiz weiterlaufen muss, gleichzeitig aber alle Verfahrensbeteiligten bestmöglich geschützt werden müssen.

Wie läuft das Strafbefehlsverfahrens ab?

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Soweit ein hinreichender Tatverdacht im Hinblick auf leichte Kriminalität besteht, kann die Staatsanwaltschaft beim zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf Erlass eines Strafbefehls stellen. Als Rechtsfolge kann z.B. die Verhängung einer Geldstrafe oder die Entziehung der Fahrerlaubnis festgesetzt werden. Bestehen aus der Sicht des Richters keine Bedenken, auf eine Hauptverhandlung zu verzichten und stimmt er der rechtlichen Einschätzung der Staatsanwaltschaft zu, so wird der Strafbefehl erlassen.

Was heißt „leichte Kriminalität“?

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Ein Strafbefehl kann nur bei einem Vergehen erlassen werden, welches strikt von einem Verbrechen zu unterscheiden ist. Ein Vergehen liegt vor, wenn der Strafrahmen eines Tatbestandes unter einem Jahr liegt. Ist der Strafrahmen eines Tatbestandes über einem Jahr, so ist von einem Verbrechen die Rede. In diesen Fällen findet das Strafbefehlsverfahren keine Anwendung, so dass es immer zu einer Hauptverhandlung kommt. Typische Anwendungsfälle des Strafbefehlsverfahrens sind damit Verkehrsdelikte wie Trunkenheit im Verkehr, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, Gefährdung des Straßenverkehrs oder Fahren ohne Fahrerlaubnis.

Gilt ein Strafbefehl also wie ein „echtes“ Gerichtsurteil?

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Ab Zustellung des Strafbefehls beginnt eine zweiwöchige Frist, innerhalb derer der Angeschuldigte Einspruch erheben kann. Der Einspruch führt dann zu einer Hauptverhandlung, sofern er form- und fristgerecht eingelegt worden ist. Lässt der Angeschuldigte die Frist verstreichen, so erwächst der Strafbefehl mit seinen Rechtsfolgen für den Betroffenen in Rechtskraft. Dann steht der praktisch einem rechtskräftigen Urteil gleich.

Strafbefehl erhalten – was tun?

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Sollte gegen Sie ein Strafbefehl erlassen worden sein, so empfiehlt es sich, einen erfahrenen Rechtsanwalt zu kontaktieren. Als Strafverteidiger in Hannover beantworte ich gerne Ihre Fragen rund um das Thema Strafbefehl und berate Sie darüber, ob Sie in ihrem Verfahren Einspruch gegen den Strafbefehl einlegen sollten oder nicht. Auch in Zeiten der Corona-Krise haben Sie als Betroffener das Recht auf bestmögliche Verteidigung!

Rechsanwalt in Hannover für Strafrecht– Isik

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