Coronavirus – Was tun bei häuslicher Gewalt?

Coronavirus – Was tun bei häuslicher Gewalt?

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Finanzielle Engpässe, räumliche Isolation und eine grundlegende Unsicherheit schüren in vielen Haushalten ein erhöhtes Aggressions- und Gewaltpotential: Seit Beginn der Corona-Krise und der mit ihr einhergehenden Kontaktbeschränkungen häufen sich auch in Niedersachsen die Fälle von häuslicher Gewalt. Damit Sie als Opfer von häuslicher Gewalt auch in dieser Krisenzeit nicht alleine dastehen, fasse ich als Fachanwalt für Strafrecht in Hannover in diesem Beitrag das Wichtigste für Sie kurz und knapp zusammen.

Was gilt als häusliche Gewalt?

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Das Gesetz liefert keine klare Antwort darauf, was häuslicher Gewalt eigentlich ist. Im Allgemeinen umschreibt sie aber sämtliche Verletzungen der körperlichen bzw. emotionalen Unversehrtheit eines Menschen innerhalb einer Beziehung oder häuslichen Gemeinschaft. Typischerweise erfolgt sie durch eine körperlich überlegene Person, die ein besonderes Machtverhältnis ausnutzt. Daher tritt häusliche Gewalt in verschiedenen Erscheinungsformen auf. So stellen häufig Körperverletzungsdelikte, aber vor allem auch Sexualdelikte wie z.B. sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung häusliche Gewalt dar. In ihrer stärksten Form werden aber auch Tötungsdelikte wie Mord und Totschlag zur häuslichen Gewalt gezählt.

Am weitesten verbreitet ist dabei Gewalt, die vom Mann gegenüber der Frau ausgeht. Aber auch Männer können Opfer von häuslicher Gewalt sein. Gleiches gilt für pflegebedürftige Personen oder für Kinder, gegenüber denen die Eltern handgreiflich sind.

Welche Schutzmöglichkeiten habe ich als Opfer von häuslicher Gewalt?

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Sollten Sie Opfer von häuslicher Gewalt geworden sein, so bietet das Gesetz zahlreiche Schutzmöglichkeiten an. In den meisten Fällen empfiehlt es sich, die Polizei zu rufen und Strafanzeige gegen den Täter zu erstatten. Auf diese Weise kann die Polizei gegenüber dem Täter einen Platzverweis aussprechen und Ihnen schnellstmöglich Hilfe zukommen lassen. Allerdings besteht hierüber kein langzeitiger Schutz.

Ein langzeitiger Schutz kann mithilfe eines Antrags über das Gewaltschutzgesetz beim örtlichen Familiengericht gestellt werden. In aller Regel ergeht dann ein Beschluss innerhalb kürzester Zeit, oftmals sogar noch am selben Tag. Zwar sind die Maßnahmen des Familiengerichts in der Regel befristet, in besonderen schweren Fällen sind aber auch unbefristete Maßnahmen denkbar.

Das Gericht kann nach dem Gewaltschutzgesetz beispielsweise anordnen, dass der Täter die gemeinsame Wohnung nicht mehr betreten, sich nicht mehr in Ihrer Nähe in einem bestimmten Umkreis aufhalten oder bestimmte Orte wie z.B. Ihren Arbeitsplatz nicht mehr aufsuchen darf. Dabei trifft das Gericht diejenigen Maßnahmen, die erforderlich sind, um weitere Verletzungen zu verhindern.

Wie kann mir dabei ein Rechtsanwalt helfen?

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Opfer von häuslicher Gewalt befinden sich regelmäßig in seelischen Ausnahmesituationen und wissen oftmals nicht, welche Schritte sinnvoll sind. Daher empfiehlt es sich, zunächst Rat bei einem spezialisierten Rechtsanwalt zu suchen, der auch beim Antrag nach dem Gewaltschutzgesetz behilflich sein kann.

Sofern es zu einem Strafprozess gegen den Täter kommt, kann das Opfer als Nebenkläger auftreten und sich dabei von dem Rechtsanwalt vertreten lassen. Mithilfe der anwaltlichen Unterstützung können unter Umständen außerdem auch Schmerzensgeld bzw. Schadensersatz geltend gemacht werden.

Als Fachanwalt für Strafrecht in Hannover übernehme ich regelmäßig auch opferrechtliche Mandate und bin daher Ihr Ansprechpartner rund um das Thema der häuslichen Gewalt. Sie können sich daher jederzeit bei Fragen an mich wenden. Als spezialisierter Rechtsanwalt für Strafrecht in Hannover übernehme ich die Interessenwahrnehmung meiner Mandanten bundesweit.

Ihr Rechtsanwalt Hannover Strafrecht – Isik

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