Autofahren + Gesichtsmaske – erlaubt?

Beim Autofahren eine Gesichtsmaske tragen – erlaubt?

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Im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen in Geschäften ist das Tragen eines Mundschutzes nunmehr bundesweit eine Pflicht. Doch dürfen Gesichtsmasken überhaupt auch beim Autofahren getragen werden? Worauf gilt es zu achten?

Die Antwort darauf gibt es von mir als Fachanwalt für Verkehrsrecht und Strafrecht in Hannover kurz und knapp in diesem Beitrag.

Was sagt das Gesetz? – Rechtsanwalt Hannover Verkehrsrecht Strafrecht

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In der Straßenverkehrsordnung (StVO) heißt es unter § 23 Abs. 4 S. 1: „Wer ein Kraftfahrzeug führt, darf sein Gesicht nicht so verhüllen oder verdecken, dass er nicht mehr erkennbar ist.“ Eine Ausnahme gilt dabei nur für das Tragen eines Schutzhelmes, bei Krafträdern oder offenen drei- oder mehrrädrigen Kraftfahrzeugen mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h.

In allen anderen Fällen bedeutet dies also, dass Sie als Autofahrer darauf achten müssen, dass Ihre persönlichen Gesichtszüge im Wesentlichen nach wie vor sichtbar sind. Dies dürfte bei handelsüblichen Masken grundsätzlich kein Problem darstellen, da diese regelmäßig nur die Mund- und Nasenpartie des Gesichtes bedecken.

Anders könnte dies aber im Falle von selbstgemachten Masken sein. Bei diesen könnte die Gefahr bestehen, dass sie zu viel verdecken – und Sie als Autofahrer nicht mehr zweifelsfrei identifizierbar sind. Ob Ihre persönlichen Gesichtszüge im Wesentlichen noch wahrnehmbar sind oder nicht, ist eine Einzelfallentscheidung und steht Letzen Endes im Ermessen des Polizeibeamten.

Außerdem: Beachten Sie als Brillenträger, dass je nach Beschaffenheit des Mundschutzes beim Tragen die Brillengläser beschlagen können. Ihr Mundschutz darf auf keinen Fall Ihre Sicht beeinträchtigen!

Warum ist dies so?

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Der Grund für diese Regelung ist relativ simpel: Ist Ihr Gesicht beim Autofahren verdeckt, so können Sie im Falle einer Ordnungswidrigkeit wie z.B. einer Geschwindigkeitsüberschreitung oder einer Straftat im Straßenverkehr deutlich schlechter identifiziert werden.

Anhörungsbogen erhalten – was tun?

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Sollten Sie einen entsprechenden Anhörungsbogen erhalten haben, so können Sie sich – bestenfalls noch vor dem Ausfüllen – jederzeit bei mir melden. In diesem Fall ist es wichtig, dass Sie sich als Betroffener durch Ihre Aussagen nicht unbewusst selbst belasten. Unüberlegte Angaben können sich nämlich für eine effektive Verteidigung im weiteren Verfahrensverlauf nachteilig auswirken und oftmals nicht mehr rückgängig gemacht werden!

Ob ein Verstoß gegen § 23 Abs. 4 StVO geahndet werden kann oder nicht, hängt immer von der individuellen Fallkonstellation ab! Als Fachanwalt für Verkehrsrecht und Strafrecht habe ich fundierte Kenntnisse im Bußgeldverfahren und kann Ihre Situation aufgrund meiner besonderen Praxiserfahrung ehrlich einschätzen. Meine Mandanten vertrete ich dabei als Rechtsanwalt in Hannover bundesweit.

Rechtsanwalt Strafrecht Hannover – Isik

Foto: ©Maria Sbytova – #335792445 – stock.adobe.com