Kündigung infolge der Corona-Krise, was tun?

Das Coronavirus zwingt die Bundesregierung zu weitreichenden Maßnahmen, die sich mehr als deutlich auch auf die Wirtschaft niederschlagen. Mit jedem weiteren Tag wächst nicht nur der wirtschaftliche Schaden, sondern auch die Angst um den eigenen Arbeitsplatz. 

Immer mehr Unternehmen melden Kurzarbeit an, um die finanziellen Einbußen so gering wie möglich zu halten. Verunsicherung besteht nun bei vielen Arbeitnehmern, dass es neben Kurzarbeit auch zu Kündigungen kommen kann.

Doch was sollten Arbeitnehmer beim Erhalt einer Kündigung tun und wann macht eine Kündigungsschutzklage Sinn? Im Folgenden gebe ich als Rechtsanwalt in Hannover für Arbeitsrecht eine kurzen Überblick:

Ist eine fristlose Kündigung wegen Corona zulässig?

Auch das Coronavirus ändert nichts am Kündigungsschutz. Mitarbeiter können nur in bestimmten Fällen fristlos gekündigt werden.  Voraussetzung dafür ist zunächst, dass das Kündigungsschutzgesetz auf das Arbeitsverhältnis Anwendung findet. Ist der jeweilige Arbeitnehmer länger als ein halbes Jahr in dem Arbeitsverhältnis und sind mehr als zehn Mitarbeiter bei dem Arbeitgeber beschäftigt, findet das Kündigungsschutzgesetz Anwendung.

Nur im Falle einer schwerwiegenden Pflichtverletzung seitens des Arbeitnehmers kann bei bestehendem Kündigungsschutz von einer wirksamen fristlosen Kündigung ausgegangen werden. Zu solchen Gründen zählen beispielsweise Straftaten im Betrieb oder eine Arbeitsverweigerung. Im Zusammenhang mit Corona wäre eine fristlose Kündigung demnach zulässig, würde der Arbeitnehmer auf der Arbeit etwas klauen oder der Arbeit aus Angst vor Corona gänzlich fernbleiben. Grundsätzlich ist eine fristlose Kündigung wegen des Coronavirus jedoch unwirksam und es gelten die normalen Kündigungsfristen. Hier werde ich als Rechtsanwalt für Arbeitsrecht in Hannover sicherlich noch einige spannenden Verhandlungen für meinen Mandanten führen dürfen

Wenn Sie eine fristlose Kündigung von Ihrem Arbeitgeber erhalten haben, sollte dies keinesfalls einfach hingenommen werden. Ratsam ist es viel mehr sich von einem auf das Arbeitsrecht spezialisierten Anwalt rechtlichen Rat einzuholen. Ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht in Hannover – bestenfalls ein Fachanwalt für Arbeitsrecht in Hannover – wird Ihnen bereits telefonische eine kurze Einschätzung geben können.

Betriebsbedingte Kündigung wegen Coronavirus wirksam?

Zwar ist eine fristlose Kündigung wegen des Coronavirus in den meisten Fällen unzulässig, jedoch kann es aktuell vermehrt zu betriebsbedingten Kündigungen kommen. Zu betriebsbedingten Kündigungen kommt es in der Regel nur dann, wenn Arbeitsplätze abgebaut werden müssen oder der Betrieb stillgelegt werden muss.

Ladenschließungen, ausbleibende Kundenaufträge sind nur ein Teil der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise. Durch diese stehen viele Betriebe in eine existenzielle Krise, welche sowohl Arbeitgeber, als auch Arbeitnehmer vor weitreichende Schwierigkeiten stellt. Hier wird für einen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht sicherlich künftiges einiges zu tun sein.

Damit eine betriebsbedingte Kündigung gerechtfertigt ist, muss diese verhältnismäßig sein und ihr müssen dringende betriebliche Erfordernisse zu Grunde liegen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie in einigen Betrieben zu solch dringenden Erfordernissen kommt. Als Fachanwalt in Hannover für Arbeitsrecht habe ich bereits solche Erfahrungen bei meinen Mandanten machen müssen.

Ob eine betriebsbedingte Kündigung wirksam ist hängt jedoch auch in der aktuellen Lage stets vom Einzelfall ab. Es gilt im Falle einer Kündigung immer der Ultima Ratio Grundsatz, nach diesem eine Kündigung immer das letzte Mittel darstellen soll. 

Auch trotz der aktuellen Ausnahmesituation müssen Arbeitgeber eine Sozialauswahl vornehmen. Dabei wird eine Vergleichsgruppe mit sämtlichen Arbeitnehmern von gleicher betrieblichen Hierarchieebene zusammengestellt. Es wird infolgedessen geprüft, ob der jeweilige Arbeitnehmer, welcher vom Wegfall eines Arbeitsplatzes betroffen ist, einseitig auf einen anderen Arbeitsplatz versetzt werden kann.

Auch hat der Arbeitgeber unter den vergleichbaren Arbeitnehmern eine Auswahl dahingehend zu treffen, wen eine Kündigung am wenigsten hart trifft. Gekündigt wird infolgedessen dem „sozial stärksten“. Zu den berücksichtigenden Kriterien bei der Sozialauswahl gehören:

  • Lebensalter
  • Betriebszugehörigkeit
  • Unterhaltspflichten 
  • Schwerbehinderung

Das Coronavirus lässt die arbeitsrechtlichen Regelungen nicht hinfällig werden. Auch in der derzeitigen Situation müssen Arbeitgeber sich an rechtliche Vorgaben halten. Es ist durchaus denkbar, dass es infolge der aktuellen Situation zu unwirksamen betriebsbedingten Corona Kündigungen kommt. Daher sollten Sie eine Kündigung von einem Rechtsanwalt für das Arbeitsrecht überprüfen lassen.

Verhaltensbedingte Kündigung wegen Corona wirksam?

Verhaltensbedingte Kündigungen kommen bei schwerwiegendem Fehlverhalten des Mitarbeiters in Betracht. Wirksam könnte eine verhaltensbedingte Kündigung durch das Coronavirus sein, wenn der Arbeitnehmer aus Angst vor einer Ansteckung nicht zur Arbeit kommt. In der Regel wird es aber zunächst zu einer Abmahnung durch den Arbeitgeber kommen. 

Personenbedingte Kündigung wegen Corona wirksam?

Auch eine personenbedingte Kündigung erscheint im Zusammenhang mit Corona eher unwahrscheinlich. Bei einer personenbedingten Kündigung wird dem betroffenen Arbeitnehmer aus Gründen, die in seiner Person liegen, gekündigt. Die entsprechenden Gründe müssen ihn daran hindern, die arbeitsvertraglichen Pflichten künftig erfüllen zu können. 

In der Regel kommt es nur in folgenden Fällen zu personenbedingten Kündigungen:

  • Häufige Kurzerkrankungen
  • Langzeiterkrankungen
  • Dauerhafte Arbeitsunfähigkeit

Durch eine Corona-Infektion wird keiner dieser Fälle vorliegen. Arbeitnehmer müssen sich auch bei einer Infektion mit Corona keine Sorgen vor einer personenbedingten Kündigung machen. 

Macht eine Kündigungsschutzklage Sinn?

Sobald Zweifel an der Wirksamkeit einer Kündigung bestehen, macht eine Kündigungsschutzklage Sinn. In vielen Fällen sind bestehende Zweifel nicht unbegründet und das Arbeitsverhältnis kann durch die Kündigungsschutzklage weiterbestehen. 

Um das beste Ergebnis im Rahmen eines Kündigungsschutzprozesses zu erzielen, sollten Betroffene sich an einen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht wenden. Ein Anwalt für das Arbeitsrecht verfügt über die erforderliche juristische Fachkenntnis, um für Sie das bestmögliche Ergebnis erzielen zu können. 

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen als Fachanwalt für Arbeitsrecht Hannover mit meinen Kollegen zur Seite. Als Rechtsanwalt für Arbeitsrecht in Hannover vertrete ich unsere Mandanten bundesweit.

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